Was Wissen mit Nachhaltigkeit zu tun hat

Fachbeitrag von Peter Weidling

N+K+W=R! Alles klar? Zugegeben, auch mit Mathe-Leistungskurs lässt diese Gleichung einen erst einmal mit einem großen Fragezeichen zurück. Auch das Wühlen in den schulischen Erinnerungen bringt wenig und fördert lediglich das Bild des damaligen Lehrers und seinen Kommentar für knifflige Situationen hervor: Wissen ist Macht! Doch selten war das auf den englischen Philosophen Francis Bacon (1561-1626) zurückgehende Zitat treffender als bei obiger Gleichung. Denn die Lösung verspricht nicht nur einen Wissensvorsprung, sondern ermöglicht es Unternehmen, sich einen Wettbewerbsvorteil, im Idealfall gar ein Alleinstellungsmerkmal und damit Macht am Markt zu sichern.

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Wissen #1: N wie Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist omnipräsent, aus Unternehmenssicht weniger als Wettbewerbsvorteil und mehr als Kostenfaktor. Nachhaltigkeit kostet und das nicht zu knapp. Dazu der wachsende Druck der Stakeholder, die eine nachhaltige Unternehmensentwicklung immer lauter einfordern. So nähern sich viele Unternehmen dem Thema in erster Linie aus Imagegründen. Kosten und Zeitdruck verstellen ihnen die Sicht auf mögliche Wertschöpfungspotenziale. Um diese zu erkennen, hilft ein Blick auf Politik und Gesetzgebung. Hier zeichnen sich wirtschaftlich relevante Entwicklungen frühzeitig ab. Nimmt ein Unternehmen diese ernst und setzt sich aktiv mit ihnen auseinander, statt den Kopf aus Angst vor den Kosten in den Sand zu stecken, sind die nachhaltigen Potenziale greifbar nah.

Wie im Falle des Dienstleisters, der aufmerksam die jahrelangen Debatten um Fahrverbotszonen für Dieselfahrzeuge verfolgt hat. Ankündigungen in London, Paris oder Berlin haben ihm gezeigt, dass diese nicht auf Pkws beschränkt bleiben werden. So hat er früh begonnen, an Lösungen für die Belieferung seiner Kunden in Ballungsräumen zu tüfteln. Basierend auf den Erfahrungen mit seinem Paketdienstleister hat er ein Konzept mit Mikro-Hubs für seine Zwecke adaptiert. Er hat auf elektrische Lastenfahrräder gesetzt. Dank seiner Lernkurve beliefert er seine Kunden bereits heute schneller, zuverlässiger und wirtschaftlicher als die Diesel-Lkws betreibende Konkurrenz. Fazit: Mit Weitsicht Wertschöpfung ausgebaut! Und die Einführung von Umweltzonen? Für ihn die Chance, seinen Vorsprung weiter auszubauen.

Wissen #2: K wie Kunden

Mittlerweile ist Nachhaltigkeit auch jenseits der Bio-Supermärkte zu einem entscheidenden Kriterium für Kunden bei der Auswahl ihrer Anbieter geworden. Grund genug für Unternehmen, sich intensiver mit der Kombination aus nachhaltiger Entwicklung und Kundenwünschen zu beschäftigen. Um ein optimales, wirtschaftliches Ergebnis zu erzielen, ist es entscheidend, seine Kunden zu kennen. Wie stehen sie zum Thema Nachhaltigkeit (Durchdringung) und wie stark beeinflusst dies ihre Entscheidungsfindung (Motivation). Zur Beantwortung dieser Fragen können neben klassischen Kundenbefragungen auch Voice-of-Customer-Softwarelösungen eingesetzt werden. Letztere können in Echtzeit an jedem Kundenkontaktpunkt eine Kundenbeurteilung der Unternehmensleistung aufzeigen. Die Installation eines Kundenbeirats schafft darüber hinaus eine weitere Plattform zum Wissensaustausch und bindet die Kunden aktiv in die Unternehmensentwicklung ein.

Werden Durchdringung und Motivation der Kunden bewertet und gegeneinander abgetragen, lassen sich Kundencluster bilden. Diese reichen von den Unwissenden, die weder etwas mit dem Thema anfangen können noch wollen, bis zu den Vorreitern, die ihr komplettes Leben auf Nachhaltigkeit ausgerichtet haben. Mit diesem Wissen können Unternehmen sich, ihr Leistungsportfolio und auch ihren Kundenmix neu ausrichten und so Mehrwerte generieren. Dies gilt im B2C ebenso wie im B2B Bereich. So zum Beispiel bei dem Lieferanten, der seinem unwissenden Geschäftskunden nicht nur aktiv die gemäß Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz notwendigen Nachweise liefert, sondern ihn auch auf deren Notwendigkeit für ihn selbst hinweist. So erzeugt er bei seinem Kunden einen bisher unbekannten Bedarf. Mit dem entsprechenden Angebot im Gepäck kann er ihm auch direkt eine Lösung liefern. Kundenbegeisterung und Zusatzumsatz inklusive.

Wissen #3: W wie Wirtschaftlichkeit

Das Wissen über den eigenen Kundenmix lässt darüber hinaus auch Rückschlüsse auf den Status des eigenen Unternehmens und den bestehenden Handlungsdruck zu. Viele Vorreiter im Kundenkreis erhöhen den Druck, selbst zum Vorreiter zu werden. Zumindest, wenn diese Kunden auch morgen noch zum Kundenstamm gehören sollen. Im Rahmen der Ausrichtung des Unternehmens auf Nachhaltigkeit ist Glaubwürdigkeit das A und O. Das beginnt bei den Werten, zieht sich über Strategie, Prozesse, Organisation, Systeme bis zu den Mitarbeitern und gilt für alle Wertschöpfungsfunktionen. Sollen die Potenziale gehoben werden, müssen Administration, Vertrieb, Produktion und Service eng zusammenarbeiten. Dem Service kommt dabei eine bedeutende Rolle zu. Mögen attraktive Produkte sowie ein pfiffiger Vertrieb Kunden anziehen, der Service hält und bindet sie. Geschickt eingesetzt, ist er das Ohr am Puls des Marktes. Durch seinen Zugang zum Kunden können Impulse in das Unternehmen gegeben werden. Der Service wird so zum Transformationsmotor für die nachhaltige Entwicklung.

Vor allem im Dienstleistungsbereich hat eine glaubwürdige Positionierung das Zeug zum Alleinstellungsmerkmal. Servicequalität lässt sich erst im Nachgang zuverlässig beurteilen. Kunden sind unsicher und schließen vom Unternehmen auf die Leistungsfähigkeit des Service. Eine glaubwürdig nachhaltige Unternehmensführung gibt dem Kunden Sicherheit. Er hat das Gefühl, die richtige Entscheidung bei der Wahl des Anbieters getroffen zu haben. Er kauft schließlich bei den Guten und wer möchte nicht zu den Guten gehören!

Wissen #4: R wie Rendite

Dieser Effekt funktioniert im Übrigen auch bei anderen Stakeholdern wie Kreditinstituten oder Mitarbeitern. Ob bei der Frage nach günstigen Finanzierungskonditionen in Zeiten der Inflation oder bei der Suche nach Fachkräften folgt daraus ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsvorteil.

Fazit

Werden Nachhaltigkeit, Kundenbegeisterung und Wirtschaftlichkeit in Einklang gebracht, geht die Gleichung auf. Die Rendite ist da, die Nachhaltigkeit verliert den Schrecken als Kostentreiber und dem Service kommt eine entscheidende Rolle als Transformationsmotor zu. So lassen sich die positiven Effekte weiter verstärken und die Zukunft, nicht nur des Kundenservice, ist grün.

Die Basis für den Erfolg ist Glaubwürdigkeit. In Zeiten zunehmender Transparenz unternehmerischen Handelns wird Schönfärberei schnell aufgedeckt, geht als Greenwashing viral und wird häufig existenzgefährdend. Eine glaubwürdige, konsequent nachhaltige Unternehmensführung hingegen, hat das Zeug zum Alleinstellungsmerkmal. Das Motiv für die Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit sollte daher immer die Wertschöpfung sein. Denn es gibt sie, die Öko-Rendite. Und so fahren Sie sie ein!

Quelle: https://www.wissensmanagement.net/themen/artikel/artikel/was_wissen_mit_
nachhaltigkeit_zu_tun_hat.html?no_cache=1

Posted on Okt - 20 - 2023 customer-knowledge-management

Von der Mindmap zum Prezi – Neue Wege der Visualisierung im Wissensmanagement

Fachbeitrag von Bernd Fiedler

Inhaltsübersicht:

  • Wie geht Prezi?
  • Wissenslandkarten
  • Kreativität
  • Wissensvermittlung
  • Fazit
  • Weiterführende Links

Prezi – woher dieser seltsame, aber sympathische Name kommt, ist bislang nicht feststellbar. Es ist zu vermuten, dass es etwas mit „Präsentation“ zu tun hat. Doch was ist überhaupt ein Prezi? Die einen sagen eine neue Art von PowerPoint-Präsentation, andere nutzen es als Mindmap. Letztendlich ist es aber keines von beiden. „Prezi hilft den Menschen, sich besser zu verstehen“, so die Erklärung auf der eigenen Website. Doch wie so oft, ist ein Werkzeug nur so gut, wie der Nutzer, der es bedient. Von selber geht dabei gar nichts, denn vor jede Prezi-Präsentation haben die Erfinder – der ungarische Künstler Adam Somlai-Fischer und der Computerwissenschaftler Peter Halacsy – den Entwurf gesetzt. Und der hat es in sich.

Wie geht Prezi?

Die Handhabung ist erfrischend einfach. Es gibt zwei Bedienungselemente, die entgegen aller Gewohnheiten keine Kastenform haben, sondern rund sind. Sowohl das Auswahlmenü als auch die Positionierungshilfe sind kreisförmig und bieten auf engstem Raum alle notwendigen, das heißt auch alle verfügbaren Funktionen. Wer schon mit ähnlichen Tools gearbeitet hat, wird dabei viele Funktionen vermissen. Es gibt pro Prezi nur drei Schrift-Formate, drei Linienformen. Schon bei dem Versuch, einen Doppelpfeil zu zeichnen wird man scheitern.

Die beste Umschreibung ist wohl die eines Whiteboards. Man kann an jeder Stelle Texte, Formen, Linien, aber auch diverse Medien wie Bilder oder Videos positionieren. Anders wie bei Mindmaps entsteht also auch keine automatische Struktur, alles muss ständig selbst erzeugt werden und bleibt auch nicht fest verbunden, sondern muss nachgezogen werden.

Eine wesentliche Eigenschaft ist das Zoomen. Wie bei GoogleEarth kann man immer wieder neue Übersichten gewinnen oder in tiefere Detailierungsgrade hinein zoomen und das in einer beeindruckenden Spannbreite.

Der eigentliche Clou eines Prezis liegt in seiner Präsentation. Ist das Prezi erst einmal fertig, erlebt man einen Flug durch die Begrifflichkeiten und grafischen Elemente. Kurz verweilt man bei einer Grafik, schon geht es wieder weiter zum nächsten Begriff, der sich für den Betrachter in die richtige Position dreht und sanft zur Landung ansetzt. Diese Freiheiten kommen dem Wissensarbeiter bei manchen Aufgaben sehr entgegen. Als Beispiel seien die folgenden Anwendungsfälle skizziert: Wissenslandkarten, Kreativität, Wissensvermittlung.

Wissenslandkarten

Wissenslandkarten dienen der ganzheitlichen Darstellung des Unternehmenswissens und seiner Prozesse. Viele nutzen hierzu, aus Ermangelung alternativer Tools – Mindmaps. Die feste Struktur lässt sich zwar noch durch beliebige Verbindungen ergänzen, die Kernstruktur ist aber fix. Oft ist es auch schwierig, ein zweites Mindmap daneben zu platzieren. Präsentationsmodi gibt es in aller Regel nicht. Gerade im Wissensmanagement ist es aber interessant, auch Wissensinseln aufzuspüren, die wenige oder gar keine Verbindung zum Unternehmen haben. Wissenslandkarten mit Mindmaps helfen, komplexe Zusammenhänge auf eine zweidimensionale Ebene zu ziehen. Mit einem Prezi gehen vielschichtigere Vernetzungen dennoch nicht verloren. Ein großer Punkt für Prezis ist eben die Flexibilität.

Kreativität

Schon Mindmaps sind ein wunderbares Werkzeug, um Brainstormings durchzuführen. Wie bereits erwähnt wird den Gedanken auch gleichzeitig Struktur verliehen. Prezis lassen aber im Vergleich den Gedanken und ihren Zusammenhängen freien Lauf. Der Zugriff erfolgt ausschließlich über das Internet und unterstützt daher die standortunabhängige Arbeit. Jeder kann sich also am Wissensaustausch beteiligen.

Wissensvermittlung

In der Präsentation werden prinzipiell zwei Schichten übereinander gelegt. Basis ist die Darstellung der Inhalte und ihres Kontexts, so komplex es auch sein mag. Jedoch der „Überflug“, der die eigentliche Präsentation ausmacht, folgt einem linearen Weg, um diese Zusammenhänge zu verstehen. Also: Keine Angst vor Kreativität. Keine Angst vor Komplexität. Der Pfad, der durch das Prezi führt, macht es verständlich.

Technologisch und organisatorisch findet alles im Internet statt, auch die Präsentation. Hierzu gibt es neben dem üblichen „Weiterklicken“ auch einen automatischen Lauf. Da dieser aber nur pro Position eine Verweilzeit von etwa zwei Sekunden hat, sollte man in diesem Fall keine allzu langen Sätze, sondern nur Schlagwörter verwenden. Für den Ersteller gibt es unterschiedlich komfortable Versionen. Die Einfachste ist kostenfrei, bietet aber schon alles, was man benötigt. Wer professionellere Funktionen ergänzen möchte, muss upgraden. Schön ist, dass Lehrende eine Stufe höher kostenfrei bekommen. Sie können ihr Prezi schützen und nur für bestimmte Personen sichtbar machen, es aber ebenso auf Prezi.com veröffentlichen. Eine nützliche Funktion liegt darin, das Prezi auf der eigenen Website einzubinden, indem man ein wenig HTML-Code per Copy & Paste integriert. Für iPad-Nutzer gibt es eine App. Dabei handelt es sich allerdings lediglich um einen Viewer.

Fazit

Der experimentelle Wissensarbeiter wird, mit seiner Neugier, keine Schwierigkeiten haben die Potenziale eines Prezis zu erforschen. PowerPoint-Fans und MindMapper müssen jedoch umdenken, wenn sie die Möglichkeiten eines Prezis erkennen und nutzen wollen. Ein Tipp aus der Praxis: Versuchen Sie erst, mit einem MindMap Stuktur in Ihren Vortrag zu bekommen und wenn Sie an die Grenzen stoßen bzw. wenn es an die Präsentation geht, schwenken Sie zum Prezi über. Ob Folienpräsentation oder Prezi, muss jeder selber entscheiden. Das hängt von den Zielen und der Zielgruppe einer Präsentation ab. In jedem Fall ist ein Prezi mal etwas Neues und belebt daher auf erquickende Art die Präsentationslandschaft.

Quelle: https://www.wissensmanagement.net/themen/artikel/artikel/von_der_mindmap_zum_
prezi_neue_wege_der_visualisierung_im_wissensmanagement.html?no_cache=1

Posted on Sep - 10 - 2023 customer-knowledge-management

Everywhere-Enterprise-Ansatz: Bereit für die neue Arbeitswelt?

Fachbeitrag von Ivo Swaag

In den vergangen zwei Jahren hat sich vieles verändert, allen voran die Art und Weise zu arbeiten. Um den Erwartungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerecht zu werden, müssen Unternehmen ihre Arbeitsmodelle neu definieren. Für die Einführung eines Everywhere-Enterprise-Konzepts sind dabei insbesondere vier Merkmale ausschlaggebend.?

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Die Corona-Pandemie hat eins gelehrt: Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Lösungen. Unternehmen, die angesichts fallender Inzidenzen ein obligatorisches Zurück an die Schreibtische fordern, werden sich künftig allerdings schwertun – immer mehr Mitarbeiter fordern einen Everywhere-Enterprise-Ansatz ein. Auf dem Weg dahin müssen Unternehmen aus Sicht des Digitaldieinstleisters Macaw folgende Punkte auf dem Schirm haben:

1. Neue Denkweisen und Ansätze etablieren

Laut der von Gartner herausgegebenen Studie „Redesigning Work for a Hybrid Future“ wollen 75 Prozent der Befragten künftig flexibel arbeiten. Besteht ein Unternehmen darauf, dass die Belegschaft wieder Vollzeit ins Büro zurückkehrt, sind vier von zehn Mitarbeitenden bereit, den Arbeitgeber zu wechseln. Angesichts dieser Zahlen müssen sich Unternehmen neu ausrichten. Am Anfang steht dabei die Beantwortung einiger Fragen: Was brauchen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Wer kann aus der Ferne arbeiten und wer muss eventuell regelmäßig vor Ort sein? „Employee Experience“ (EX) lautet das Schlagwort und wie bei der „Customer Experience“ soll eine emotionale Bindung zu den Kunden, in diesem Fall den Beschäftigten, entstehen. Eine zentrale Rolle nehmen dabei digitale Tools und Plattformen ein. Beschäftigte sollen dort alles finden, was sie brauchen, um ihren Job zu erledigen, zu lernen und sich mit Kollegen auszutauschen. Unternehmen, die in EX investieren, werden schnell die Vorteile sehen: Mitarbeiter sind motivierter und damit innovativer. Gleichzeitig wächst der Kreis potentieller neuer Talente, wenn von jedem Ort der Welt aus gearbeitet werden kann.

2. Die Verbindung untereinander stärken

Starke Netzwerke am Arbeitsplatz sind mehr als nur „nice to have“, sie beeinflussen zwei maßgebliche Faktoren – Produktivität und Innovation. Der Microsoft Work Trend Index zeigt allerdings eine alarmierende Entwicklung: Durch die Umstellung auf Remote-Arbeit sind die Beziehungen innerhalb eines Teams zwar stärker geworden, doch die unterschiedlichen Teams schotten sich immer mehr voneinander ab. So sagt fast jeder zweite Beschäftigte in Deutschland, dass sein Netzwerk kleiner geworden ist. Das Knüpfen von Beziehungen ist zudem für jemanden, der am Anfang ihrer oder seiner Karriere steht, ohne Gespräche auf dem Flur, zufällige Begegnungen und Smalltalk besonders schwierig. Eine wichtige Rolle kommt deshalb den Führungskräften zu: Sie müssen nach Möglichkeiten suchen, die teamübergreifende Zusammenarbeit und den spontanen Ideenaustausch zu fördern. Darüber hinaus wird künftig in vielen Unternehmen der Chief Purpose Officer die nächste wichtige Funktion auf C-Level-Ebene sein: Seine Aufgabe ist es, Werte und Aufgaben wie Nachhaltigkeit, Diversity, Inklusion und People Empowerment vorzuleben.

3. Der digitalen Überlastung entgegenwirken

Der Anteil der Zeit, die für E-Mail, Instant Messaging, Telefon- und Videoanrufe aufgewendet wird, ist angesichts von Remote-Arbeit deutlich gestiegen – und damit die digitale Belastung. Auch hier gibt der Microsoft Work Trend Index interessante Einblicke: In Deutschland fühlen sich 55 Prozent der Beschäftigten überarbeitet, 42 Prozent sind erschöpft. Führungskräfte müssen sich überlegen, wie sie die Arbeitsbelastung reduzieren, ein Gleichgewicht zwischen synchroner und asynchroner Zusammenarbeit herstellen und eine Kultur schaffen, in der Pausen gefördert und respektiert werden. Ein absolutes No-Go ist die Überwachung der Mitarbeiter: Zwar erlaubt die beliebte Office-Software Microsoft 365 eine Auswertung der Nutzung einzelner Produkte. Zum Beispiel wie häufig der Kundenservice den Chat nutzt, wie viele E-Mails an welchen Tagen verschickt werden und wie lange die Kamera bei Kundenmeetings aktiviert ist. Diese Informationen dürfen aber keinesfalls für die Mitarbeiterbewertung herangezogen werden.

4. Wissen demokratisieren

Eine gemeinsame Nutzung von Informationen und Know-how ist für die Innovationskraft einer Firma unabdingbar. In der Regel verteilt sich Wissen aber über das gesamte Unternehmen – in Microsoft-Teams-Kanälen, Posteingängen, gemeinsam genutzten Laufwerken, Apps für die Zusammenarbeit und natürlich in den Köpfen der einzelnen Mitarbeiter. Damit jeder in der Lage ist, die Informationen zu finden, die er braucht, um seine Arbeit bestmöglich zu leisten, sollten Unternehmen eine zentrale, durchsuchbare Plattform einrichten, in die alle verfügbaren Informationen einfließen. Gleichzeitig gilt es, eine Kultur des Wissensaustauschs zu fördern. Beispielsweise, indem Mitarbeiter, deren geteilte Inhalte auf großes Interesse stoßen, belohnt werden. Grundsätzlich gilt: Geteiltes Wissen hilft, fundierte Entscheidungen zu treffen und damit die Arbeit zu verbessern. Darüber hinaus stellt es sicher, dass ein Unternehmen nicht wertvolle Expertise verliert, wenn jemand kündigt oder in eine neue Abteilung wechselt.

„Momentan haben wir die Chance, unsere Arbeitsmodelle und Arbeitsabläufe von Grund auf zu überdenken. Diese Chance sollten Unternehmen nicht verpassen. Auf dem Weg zu einem Everywhere-Enterprise ist es allerdings entscheidend, gute Lösungen zu entwickeln, um Netzwerke, soziale Interaktion und kulturelle Aspekte wieder zu stärken und die neue Flexibilität der Arbeitswelt so zu gestalten, dass sie allen zugutekommt“, erklärt Ivo Swaag.

Quelle: https://www.wissensmanagement.net/themen/artikel/artikel/everywhere_enterprise_ansatz_
bereit_fuer_die_neue_arbeitswelt.html?no_cache=1

Posted on Aug - 12 - 2023 customer-knowledge-management